Opera seria an deutschsprachigen Höfen
des 17. und 18. Jahrhunderts
Förderungsprofessur | Projektleitung | Wissenschaftliche Mitarbeit | Forschungsprojekt |
Assoziierte Stellen
Förderungsprofessur
Mit einer Förderungsprofessur und zwei DoktorandInnenstellen ermöglicht der Schweizerische Nationalfonds die Vertiefung des Forschungs- und Unterrichtsschwerpunkts Oper an der Schola Cantorum Basiliensis, zunächst von Mai 2007 bis April 2011. Das Forschungsprojekt, das sich der Untersuchung der szenischen Komponenten von historischen Opernaufführungen widmet, schlägt nicht nur Brücken zwischen den beteiligten Disziplinen Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft. Auch die Übersetzung des wissenschaftlich Erarbeiteten in die heutige Musikpraxis ist Gegenstand der Diskussion und Vermittlung im Unterricht. Mit einer interdisziplinären Tagung und einer abschliessenden Monographie werden der Austausch zu aktuellen Forschungsfragen und die Ergebnisse des Projekts einem weiten Kreis von Interessierten zugänglich gemacht.
Projektleitung
SNF-Förderungsprofessorin Dr. Christine Fischer
Musik-Akademie der Stadt Basel
Schola Cantorum Basiliensis
Postfach 232
CH-4003 Basel
Telefon: +41-(0)61-264 57 27
Fax: +41-(0)61-264 57 49
christine.fischer[at]mab-bs.ch
Büro: Zimmer 120
Wissenschaftliche Mitarbeit
- Mag. Helena Langewitz
- Holger Schumacher M.A.
Musik-Akademie der Stadt Basel
Schola Cantorum Basiliensis
Postfach 232
CH-4003 Basel
Telefon: +41-(0)61-264 57 81
Fax: +41-(0)61-264 57 49
helena.langewitz[at]mab-bs.ch
holger.schumacher[at]mab-bs.ch
Büro: Zimmer 14
Zum Forschungsprojekt
Zum Projekt Forschung zu historischer Aufführungspraxis beschäftigt sich in erster Linie mit Instrumentalmusik und mit der Frage nach einer stilgerechten heutigen Umsetzung des Notentextes. Andere Bestandteile einer Aufführung und auch Vokalmusik werden bisher meist zweitrangig berücksichtigt. Das mit der Förderungsprofessur des Schweizerischen Nationalfonds verknüpfte Forschungsprojekt zu opera seria an deutschsprachigen Höfen des 17. und 18. Jahrhunderts will den wissenschaftlichen Umgang mit Aufführungspraxis von früher Oper neu fokussieren. Dies schliesst zwar Fragen zur Wiedergabe des Notentextes ein, es darf an diesem Punkt jedoch nicht Halt gemacht werden. Besonders den visuellen darstellerischen Mitteln, vom Bühnenbild über die Gestik bis hin zum benutzten Theaterraum, kam enorme Bedeutung zu. Hier setzt die Stossrichtung des Projekts an, indem Schnittstellen zwischen historischer Aufführungspraxis und überzeitlichen Methoden zur Aufführungsanalyse sowie zwischen einer stilhistorisch ausgerichteten Perspektive und systematisch ausgerichteten wissenschaftlichen Ansätzen zum sozialen Kontext gesucht werden.
Methode und Disziplin Das Erarbeiten einer effektiven Vorgehensweise, die möglichst vielen relevanten Aspekten einer historischen Opernaufführung gerecht wird, bildet einen Schwerpunkt des Projekts. Dabei sind verschiedene Theorien zur Aufführungsanalyse, besonders aus der theaterwissenschaftlichen Forschung, kritisch auf ihre Nützlichkeit zum Verständnis historischer Aufführungen von opera seria hin zu überprüfen und gegebenenfalls neu auszurichten. Um die zeitgenössische Wirkungsweise von Opernaufführungen zumindest in Ansätzen zu fassen, müssen Zugänge der Kulturgeschichte und Kulturwissenschaft einbezogen werden. Zudem soll eine transdisziplinäre Herangehensweise der Erforschung von bildlichen Darstellungsformen den gleichen Raum wie Untersuchungen zu klanglichen und sprachlichen Mitteln einer Aufführung gewähren. Die Projektmitarbeit von in Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft ausgebildeten WissenschaftlerInnen will dieses gemeinsame Denken jenseits von Disziplinengrenzen institutionalisieren.
Methode und Gegenstand Die erarbeitete Methodik soll auf eine weite Bandbreite von interpretationsrelevantem Quellenmaterial angewandt werden, das zum Teil neu zu erschliessen ist – dies stellt den zweiten Schwerpunkt des Forschungsprojekts dar. In einer so entstehenden Gesamtsicht auf einzelne historische Aufführungen von opera seria kann abschliessend der Frage nachgegangen werden, ob ein (sich in der betrachteten Zeit wandelndes) politisches Konzept auszumachen ist, innerhalb dessen die höfischen Künste in der stilistischen Ausformung einer konkreten Aufführung zusammenfanden.
Opern-Wissenschaft und Opern-Praxis Nicht nur das Überwinden disziplinärer Grenzen, sondern auch das Überschreiten des wissenschaftlichen Wirkungskreises ist wesentlicher Bestandteil der Förderungsprofessur. Erste Forschungsergebnisse werden in den Unterricht, besonders an der Opernklasse der Schola Cantorum Basiliensis, einfliessen. Darüber hinaus soll das lückenhafte Wissen darüber, wie Oper im 17. und 18. Jahrhundert aufgeführt wurde, ergänzt werden, und mit Einsichten in das zeitgenössische Rezeptionsverhalten werden historische Grundlagen für Inszenierungen früher Oper in heutiger Zeit geschaffen.
Assoziierte Stellen
Prof. Dr. Andreas Beyer, Seminar für Kunstgeschichte, Universität Basel
Promotionsbetreuung der Mitarbeiterstelle Kunstgeschichte
Prof. Dr. Andreas Kotte, Institut für Theaterwissenschaft, Universität Bern
Promotionsbetreuung der Mitarbeiterinnenstelle Theaterwissenschaft

