Schola Cantorum Basiliensis Musik-Akademie der Stadt Basel

Instrumentalunterricht

Der Instrumentalunterricht in Blockflöte wird (in der Regel an Kinder ab Primarschulalter) in Einzelstunden oder kleinen Gruppen erteilt. Je nach Altersstufe kann mit Sopran- oder Alt-Blockflöte begonnen werden. Die Blockflöte wird im Instrumentalunterricht nicht als Elementarinstrument verstanden, sondern als eigenwertiges historisches Instrument mit einem grossen Repertoire aus mehreren Jahrhunderten. Für die Blockflöte steht auch ein sehr grosses Repertoire an moderner und zeitgenössischer Musik zur Verfügung, das an der SCB intensiv gepflegt wird.
Ergänzt und vertieft wird der Einzelunterricht durch Blockflöten-Ensembles.

Neu bieten wir für 4- bzw. 5-jährige Kinder einen Vorkurs für Blockflöte an. Es können bis zu sechs Kinder pro Gruppe aufgenommen werden. Der Kurs beinhaltet: Spielerischer Umgang mit der Blockflöte, Tanz und Bewegung, Singen, Schulung des bewussten Hörens, Grafische Notation und Bilderbuchgeschichten.

Der Unterricht in barocker Traversflöte richtet sich an Interessenten und Interessentinnen, die sich besonders zur Querflötenmusik des 18. Jahrhunderts, deren Instrumentarium und Spielweise hingezogen fühlen. Als Vorbildung ist das Erlernen der modernen Querflöte (oder der Alt-Blockflöte) zu empfehlen. Gegenüber der modernen Querflöte werden bei der Traversflöte geringere Anforderungen an die Atemkapazität, dagegen höhere an ein gutes Gehör gestellt. - Richtlinie: ab ca. 13 Jahren.

Barockoboe und Oboeninstrumente der Renaissance bieten sich besonders für Kinder ab ca. 12 Jahren an, die Freude an der Blockflöte gehabt haben und gern ein anderes Blasinstrument erlernen möchten. Auch Erwachsenen - mit oder ohne Vorbildung durch die moderne Oboe - werden im Einzelunterricht die spezifische Technik der Barockoboe und die umfangreiche Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts vermittelt. Daneben besteht auch Gelegenheit, in gemischten Kammermusikgruppen und Ensembles der Oboenfamilie mitzuwirken.

Das Repertoire im Unterricht für Barockfagott umfasst Instrumentalmusik des 17. und 18. Jahrhunderts. Auf Wunsch kann die Arbeit auch mit dem Dulzian erfolgen. In regelmässigen Abständen wird in Extrakursen eine Einführung zum selbstständigen Herstellen von Rohrblättern erteilt.

Der Unterricht in Posaune in alter Mensur soll die SchülerInnen vor allem mit den technischen Problemen der verschiedenen Instrumente und den musikalischen Aspekten der Stilepochen vertraut machen. Das im Einzelunterricht Erlernte kann gleichzeitig oder später im Ensemble zur musikalischen Anwendung kommen.

Im Fach Violine in alter Mensur steht das Erlernen der spezifischen Technik und der Violinliteratur vom Frühbarock bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Das Ensemblespiel mit verschiedenen Besetzungen soll nach Möglichkeit den Unterricht ergänzen.

Violoncello in alter Mensur: Der klangliche Reiz des Violoncells in originaler Bauart, seine den physiologischen Gegebenheiten des menschlichen Körpers entgegenkommende natürliche Handhabung und nicht zuletzt die besonders reiche und reizvolle Literatur des 17. und 18. Jahrhunderts machen die Beschäftigung mit diesem Instrument für KennerInnen und LiebhaberInnen besonders interessant. Empfehlenswert für einen sinnvollen Unterrichtsverlauf sind praktische Vorkenntnisse auf dem modrnen Violoncello oder auf einem anderen Streichinstrument.

Die Viola da gamba als Anfängerinstrument ist in erster Linie für Kinder ab ca. 12 Jahren zu empfehlen, die bereits der Bassgambe (eventuell Tenorgambe) gewachsen sind. AnfängerInnen niedriger Altersstufen werden zuerst auf dem Violoncello unterrichtet, wobei die spezifische Gambentechnik schon mit einbezogen wird, und wechseln dann auf Bassgambe (ev. Tenorgambe). Auch hier besteht die Möglichkeit, neben dem instrumentalen Einzelunterricht ein Ensemble der Gambenfamilie (Diskant-, Tenor- und Bassgambe) zu belegen.

Der Lautenunterricht kann von Kindern im fortgeschrittenen Primarschulalter begonnen werden. Wenn die Möglichkeit enger Zusammenarbeit mit den Eltern besteht, kann auch früher angefangen werden. Es besteht ein reichhaltiges Repertoire aus dem 16. - 18. Jahrhundert, das Solo- und Ensemblemusik sowie Lautenlieder enthält. Für Fortgeschrittene besteht die Möglichkeit, neben dem Einzelunterricht ein Lauten-Ensemble zu belegen. Für AnfängerInnen stehen in beschränkter Anzahl Leihinstrumente zur Verfügung. Für Kinder sind auch kleine Lauten vorhanden.

Das Fach Historische Harfe ist für Kinder und Erwachsene geeignet, die ein polyphones (= zur Mehrstimmigkeit fähiges) Zupfinstrument erlernen möchten. Das Repertoire umfasst hauptsächlich Musik des Mittelalters und der Renaissance- und Barockzeit. Daneben wird harfenspezifische Musik aus verschiedenen Ländern erarbeitet.
Für AnfängerInnen stehen in beschränkter Anzahl Leihinstrumente zur Verfügung.

Die Drehleier ist ein vielseitig verwendbares Instrument: Sie eignet sich zum Spielen von Tanzmusik (von der mittelalterlichen Estampie bis zum Volkstanz), zum Begleiten von Liedern und zum Spiel der eigens für sie komponierten Kammermusik aus dem 18. Jahrhundert. Für die Drehleier, eines der meistgespielten Instrumente des Barock, haben so bedeutende Komponisten wie u.a. Corrette, Vivaldi und Mozart Musik geschrieben. Im Unterricht soll die Spieltechnik erlernt und ein möglichst vielfältiges Repertoire, auch im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten, erarbeitet werden.
Auf Wunsch kann in Zusammenarbeit mit einem Drehleierbauer ein Instrumentenbaukurs angeboten werden, der es den TeilnehmerInnen ermöglicht, zu einem guten und preiswerten eigenen Instrument zu gelangen. Es stehen auch Leihinstrumente zur Verfügung.

Cembalo und Clavichord kommen sowohl für InteressentInnen in Frage, die mit dem Tasteninstrument beginnen, als auch für Fortgeschrittene, die schon Klavierunterricht gehabt und besonderes Interesse am Repertoire für Tasteninstrumente des 16. bis 18. Jahrhunderts haben. Im Zentrum der Arbeit stehen der spezifische Anschlag, Fragen der Artikulation und andere aufführungspraktische Probleme. Dem Repertoire entsprechend wird für Cembalisten und Cembalistinnen das Musizieren im Ensemble (mit Angehörigen der anderen Instrumentalklassen der Allgemeinen Schule SCB und der Musikschule) gefördert.

Das Fortepiano (Hammerflügel), das seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung gewonnen und schliesslich das Cembalo in den Hintergrund gedrängt hat, ist das adäquate Instrument für das Repertoire der Bach-Söhne, der Klassik und der Frühromantik bis hin zu Beethoven, Schubert und Carl Maria von Weber. Im Zentrum der Arbeit stehen die Probleme des Anschlags, der Fingersätze, der Artikulation, der Verzierungen, wobei Wert gelegt wird auf die Tradition des Cembalospiels und der Musik des 18. Jahrhunderts.

Der Generalbassunterricht soll - ergänzend zum Gesangs- oder Instrumentalunterricht - einerseits Kenntnisse der satztechnischen Grundlagen von ca. 1600 bis 1800 vermitteln und andererseits einführen in die Praxis des improvisierten Generalbass-Spiels, die in jener Musik zentrale Bedeutung hat. Dabei werden auch besetzungstechnische und aufführungspraktische Fragen berührt. Grundbegriffe der Harmonielehre sowie Kenntnisse eines Tasten- oder Zupfinstrumentes werden vorausgesetzt.